Gemeindeleben - Skapulierbruderschaft

Die Skapulierbruderschaft

Die Geschichte der Skapulierbruderschaft ist mit den politischen und kirchlichen Ereignissen sowie mit den Naturgewalten verbunden. Ursprünglich waren die Dorfbewohner den Freiherrn von Thüngen untertan. Nach dem Religionsfrieden von Augsburg 1555 waren sie gezwungen, die Lehre Luthers anzunehmen. Da sie aber am Glauben ihrer Vorfahren festhielten, waren sie großen Drangsalen ausgesetzt. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden sie bedrängt und geplündert. Im Pestjahr 1635 wurden mehrere Familien ganz ausgerottet.

In ihrer Not fanden sie Zuflucht bei der Mutter der Barmherzigkeit: "Die Reulbacher Gemeinde hat mit der Annahme der röm.-kath. Religion auch zugleich angenommen eine zarte Liebe und Andacht zu der glorwürdigsten Mutter Gottes und Jungfrau Maria, und dieselbe als ihre mächtigste Patronin bei Gott und als Beschützerin in ihren Nöten und Anliegen verehrt. Damit nun diese Verehrung auch in der Nachkommenschaft dauernd und beständig sei, hat sie sich verpflichtet, diese (Bruderschaft) für ewige Zeiten einzuführen".

Auf Wunsch der Reulbacher Einwohner und des Schultheißen Johann Lorenz Vey erhielt der Wüstensachsener Pfarrer Johann Caspar Reder die Erlaubnis des Generalpriors des Carmelitenordens Bruder Angelus Monsignanus, die Bruderschaft Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel zunächst für drei Jahre einzuführen. Dies geschah mit einem Dekret vom 5. September 1682. Der Karmelitenpater Paschasius vom hl. Johannes, Evangelisten wurde beauftragt, die Skapulierbruderschaft in Reulbach zu gründen. Die Einführung der Skapulierbruderschaft fand großen Zuspruch. Daraufhin bemühte sich Pfarrer Reder beim Würzburger Bischof und dem Karmelitenorden, die Skapulierbruderschaft für alle Zeiten errichten zu lassen. Am 9. Juli 1683 erteile der Würzburger Bischof die erforderliche Genehmigung und am 22. Juli 1683 erfolgte die Errichtung der Skapulierbruderschaft in Reulbach für alle Zeiten.